Eiweißpulver laktosefrei

Laktosefreies Eiweißpulver wurde lange Zeit unterschätzt und ich finde, dass das zu Unrecht passiert ist. Denn Soja, das rein pflanzliche und hochwertigste Eiweiß, ist nicht nur für vegane Sportler eine echte Alternative. Auch für Mischkonsumenten ist diese Form des Eiweißes empfehlenswert. Auch hier stehen die alle wichtigen Aminosäuren zur Verfügung. Laktosefreies Eiweißpulver ist deshalb ein gleichwertiger Ersatz für tierische Produkte, da es einen genauso hohen Eiweißanteil besitzt. Gute Produkte enthalten bis zu 80 % Proteine, die vom Körper sehr gut zu verarbeiten sind. Neueste Studien belegen zudem, dass das Sojaprotein schnell und gut in die Muskeln transportiert wird. Genau wie Whey-Produkte eignen sich also Sojaproteinprodukte ideal für die Einnahme sofort nach dem Training, da die wichtigen Bausteine dem beanspruchten Muskel sofort zur Verfügung stehen.

Für reine Veganer ist Sojaprotein die ideale Lösung, wenn sie nicht auf ein vollständiges Aminosäurenprofil verzichten möchten. Sogenannte Whey-Hydrolysate sind keine echte Alternative für Laktose intolerante Sportler, denn diese enthalten immer noch kleinste Mengen an Milchzucker; Unverträglichkeiten und Probleme sind somit bei kaum zu vermeiden. Sojaproteinshakes enthalten alle für den Muskelaufbau notwendigen Aminosäuren, genau wie die tierischen Proteinarten Casein und Whey; das Sojaprotein hat eine biologische Wertigkeit von 85. Nicht nur essenzielle Aminosäuren, die mit über 30 % vertreten sind, sondern vor allem die semi-essenziellen Aminosäuren L-Arginin und Glutamin machen dieses Produkt für Kraftsportler sehr interessant. Diese Aminosäuren kommen sogar in noch größerem Maße vor als bei den Whey-Produkten. Besonders die Aminosäure L-Arginin ist in der Kraftsportszene sehr beliebt.

Zum einen spielt diese eine primäre Rolle bei der Kreatinproduktion, zum andern sorgt sie für den richtigen Pump beim Training. Gerade Kreatin sorgt für einen Kraftzuwachs und mehr Power; Du kannst einfach ein paar Wiederholungen mehr machen und Dein Training wird dadurch viel intensiver. Viel Sinn machen die Sojaprodukte auch bei einer Diät. Dadurch, dass sie weniger kohlenhydratreich sind als die tierischen Eiweiße, eignen sie sich klasse beispielsweise bei der Wettkampfsvorbereitung. In diesem Punkt ist das laktosefreie Eiweiß klar im Vorteil gegenüber dem tierischen Eiweiß. Insgesamt hat das Sojaprotein dank der vielen Ballaststoffe einen hohen Sättigungsgrad, der auch lange anhält. Das Sojaprotein hatte über Jahre hinweg einen schlechten Ruf, in dem behauptet wurde, das Protein hätte weibliche Hormone, würde den Testosteronspiegel senken und den Muskelaufbau bremsen.

Hier bedarf es der Aufklärung. Zwar enthält das Sojaprotein einen Anteil von Phytoöstrogene d. h. östrogenähnliche Stoffe, die dem Körper einen höheren Östrogenspiegel vortäuschen, jedoch ist dieser verschwindend gering. Dadurch wird die eigene Testosteronausschüttung nicht beeinflusst. Als Nachteil kann somit höchstens geltend gemacht werden, dass die eigene Östrogen-Produktion in einem äußerst geringen Maß angeregt wird, was bei männlichen Kraftsportlern nicht erwünscht ist. Nachteilhaft ist zudem, dass die meisten pflanzlichen Eiweißquellen wenig von der Aminosäure Leucin enthalten. Insgesamt enthalten pflanzliche Proteine geringe Anteile der sogenannten BCAAs (verzweigkettige Aminosäuren). Diese sind maßgeblich für die Muskelerhaltung bzw. Muskelaufbau verantwortlich.